Australian Cattledog (ACD)

lt. FCI: "Australischer Treibhund"

Erläuterungen zum Rassestandard

Robert Kaleski (1877-1961) war als großer Hundefreund und Züchter des Australian Cattle Dog bekannt. Er züchtete selbst Hunde, u.a. ACDs mit Nachkommen aus der Halls-Linie. Außerdem ist er der Verfasser vieler Artikel über "Australian Cattle Dog", "Stumpy Tail Cattle Dog" und den "Kelpie". Er beschrieb den Australian Cattle Dog bereits im Jahre 1903 als einen Hund mit dem allgemeinen Erscheinungsbild eines kleinen, untersetzten Dingos. Man sollte sich übrigens bei allen Ausführungen Kaleskis vor Augen halten, daß der ACD als reiner Arbeitshund gezüchtet worden war!
Er forderte auch, dass der Kopf breit zwischen den Ohren sei, damit der Hund Platz für ein großes Gehirn hat. Infolgedessen muss der ACD sehr intelligent sein!
Begründet hat Kaleski diesen "breiten Kopf" übrigens damit, dass ein Hund mit schmalem Kopf ein kleines Gehirn habe und daher ein schlechter Arbeiter sei! Darüber lässt sich aus heutiger Sicht zwar sicherlich trefflich streiten, aber der breite Kopf ist dem ACD als Forderung im Rassestandard bis heute geblieben!
 
Der Kopf des ACD soll an der Schnauze spitz zulaufen und einen schwarzen Nasenschwamm haben. Ist die Schnauzenspitze leicht, kann der Hund schnell zubeißen und sich sofort wieder entfernen - sehr wichtig beim Treiben von Rindern! Außerdem soll der ACD unter den Augen gut ausgefüllt sein - dies lässt auf gute Kaumuskeln und damit auf Kraft zum/beim Zubeißen schließen. Hat der Hund nur schlecht ausgebildete Kaumuskulatur, ermüdet er schneller und kann nicht lange arbeiten!
Außerdem helfen gute Muskeln dabei, Tritte von Rindern abzupolstern. Bei schwacher Muskulatur droht eine erhöhte Verletzungsgefahr - damit wäre der Hütehund "unbrauchbar"!
 
Die Augenfarbe soll Braun sein - wie beim Dingo. Tiere mit blauen oder gar weißen Augen werden vermutlich blind oder taub, evtl. sogar beides. Damit sind sie als Arbeitstiere nicht zu gebrauchen!
 
Der ACD soll "schnelle Augen" haben, damit er beim Zubeißen schnell die Distanz einschätzen kann. Der schlaue/intelligente Augenausdruck ist wichtig - ein Hitzkopf wäre als Arbeiter nutzlos!
 
Die Ohren sollten klein und spitz sein (ähnlich wie bei einer Katze), da sie bei Kämpfen bzw. Beißereien schnell flach angelegt und damit geschützt werden sollen. Sie sollten außerdem weit auseinander stehen und seitlich am Kopf angesetzt sein - so ist gewährleistet, dass der Hund Kommandos auch aus großer Entfernung hören kann!
 
Der Rücken ist gerade und die Länge des Körpers vom Brustbein zum Sitzbeinhöcker sollte etwas größer als die Widerristhöhe sein (das Verhältnis soll 10:9 betragen)! Hunde mit einer Vertiefung im Rücken (Kaleski nennt dies "hollow-backed") sind in den Lenden schwach und können sich nach dem Beißen nicht schnell genug fallen lassen und wieder aufrichten. Über den Lenden sollte sogar ein kleiner Bogen sein (ähnlich wie beim Greyhound), da dies typisch für schnelle, wendige Hunde sei.
 
Die Brust sollte tief sein, muskulös und mäßig breit, auf jeden Fall nicht unproportional zum Körper! Ist die Brust aber zu tief, kann sich der Hund nicht in allen Gangarten optimal fortbewegen!
Die Rippen sollten laut Kaleski einen eher "tonnenförmigen" Brustkorb bilden - dies sei bezeichnend für einen kräftigen Körperbau. Heute werden dagegen weit nach hinten reichende, nicht tonnenförmige Rippen gefordert!
 
Die Rute sollte flaschenförmig sein und eine gute Länge haben. Sie beeinflusst die Bewegung des Hundes und gibt ihm Stabilität. Außerdem solle sie buschig sein - die Hunde schlafen besser, da sie sich (in der Wildnis) zusammenrollen und Ihre Nase im buschigen Haar verstecken können.
 
Die Schultern sollen kräftig sein und eine gute Schräge haben - der Hund soll frei galoppieren und sich beim Beißen schnell ducken können. Die Vorderhand solle parallel zur anderen Seite stehen. Die Schultern sollen zwar gut bemuskelt sein - überladene Schultern und schwere Fronten verhindern aber eine korrekte Bewegung und schränken damit die Arbeitstüchtigkeit des Hundes ein!
 
Die Hinterhand soll ebenfalls muskulös sein. Sie sollte tief sitzen, da sie die Antriebsmaschine des Hundes ist. Die Afterkrallen fehlen - sie würden sich im hohen Gras verfangen!
Die Beine sollten lang und "klar" sein - langes Haar würde im Matsch Dreck ansammeln und der Hund wird dadurch zu schnell müde. Die Knochen sollen stark sein, um den Hund durch ein Arbeitsleben tragen zu können und allen Belastungen standzuhalten.
 
Die Pfoten sollten klein und rund sein (wie bei einer Katze), die Krallen kurz und die Ballen dick und strapazierfähig. Damit sind die Pfoten des ACD weniger anfällig für Verletzungen (Hitzeblasen, Dornen usw.).
 
Das Fell soll kurz sein, glatt und sehr dicht. Der ACD soll bei jedem Wetter und in jedem Klima arbeiten können! Er hat ein doppeltes Haarkleid mit dichter Unterwolle und dichtem Deckhaar, bei dem jedes Haar flach anliegt und gerade und hart ist. Die Unterwolle hält Nässe und Kälte, das Deckhaar die Sonnenstrahlen ab.
 
Die Farbe des ACD sollte "Blau", "Blau getüpfelt" oder "Blau gesprenkelt" sein. Abzeichen sind am Kopf erlaubt - in schwarz, blau oder lohfarben, möglichst gleichmäßig verteilt. Am Körper sind dagegen keine schwarzen Flecken erwünscht.
Die Vorder- und Hinterbeine sind von den Zehen aufwärts lohfarben. Von dort zieht sich die Lohfarbe die Front und die Brust hinauf bis zu den Kiefern. Die Hinterbeine sind an den Innenseiten der Oberschenkel bis über die Knie ebenfalls lohfarben.
Solange das Deckhaar dicht genug erscheint, ist darunter lohfarbene Unterwolle erlaubt.
 
Außerdem gibt es "rote" ACDs - hier muss die Farbe aus gleichmäßigen roten Tüpfelungen bestehen (inkl. Unterwolle). Weiße oder cremefarbene Unterwolle ist nicht erlaubt! Dunklere rote Abzeichen am Kopf sind erlaubt - gleichmäßig verteilt sind sie sogar erwünscht! Am Körper hingegen sind rote Flecken zwar erlaubt, aber nicht erwünscht.
Kaleski begründete das "Blau" vor allem mit der deutlich schlechteren Sichtbarkeit im Dunkeln - die Hunde werden nicht so leicht von Huftritten getroffen, wenn die zu treibenden Tiere den Hund nicht richtig sehen können.
 
Rüden sollen eine Widerristhöhe von etwa 46-51 cm, Hündinnen dagegen 43-48 cm haben. Laut Kaleski zeigte die Erfahrung, dass Hunde mit dieser Größe die besten Arbeitstiere seien!
Außerdem ist es für einen Rüden essentiell, zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden zu besitzen, die sich außerdem vollständig im Hodensack befinden müssen.

 
Den kompletten Standard laut FCI gibt es direkt beim FCI. Und hier kann man die deutsche Beschreibung als PDF herunterladen.

Letzte Änderung war am 09. März 2019
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